Japan - Der alltägliche Wahnsinn

Das Tagebuch zu dem 12-monatigem Aufenthalt in Japan ... Studium an der Ryukoku in Kyoto, Neues, Interessantes, Skuriles, Lustiges ...

Donnerstag, Juli 20, 2006

Klausuren, Kuriositäten und Bilder vom Wohnheim

Hi ihr alle,
Meine Klausuren laufen ganz gut. Zwei habe ich hinter mich gebracht und hab ein gutes Gefühl bei beiden. Jetzt folgen noch fünf weitere bis Donnerstag und dann hab ich Ferien!

Weil ich aber sonst im Moment nur die Bücher sehe und kaum was erlebe möchte ich euch ein weitere herrliche Episode der JAPAN-BEKLOPPHEITEN erzählen.

Heute: Türen in Japan

Man sollte ja eigentlich nicht meinen dass man über Türen so viel zu berichten hätte, jedoch ist das hier in Japan echt mal ein lustiges Thema. Türen, egal ob die von Taxis, Fahrstühlen, Zügen oder die von Hauseingängen- Was ich da bisher alles erlebt habe, möchte ich hier mal kurz zusammen fassen.

Ich glaube das erste Erlebnis mit einer „komischen Tür“ war in den ersten Tag in der Uni die des Fahrstuhls. Es ist unglaublich wie schnell die nach dem aufgehen wieder zugeht!! Die Zeit reicht gerade mal aus, dass schätzungsweise zwei Personen rein oder rausgehen können! Danach schließt sie erbarmungslos und lässt sich auch nicht davon abhalten wenn ein Fuss, Arm oder sonst was dazwischen steckt! Die einzige Möglichkeit ist das Drücken einer der IM Fahrstuhl zwei angebrachten oder des einen AUSSERHALB angebrachten „TÜR-AUF-KNÖPFE“. Das führt dann dazu dass es bei jedem Benutzen des Fahrstuhls zu lustigen „Ich-drücke-innen-für-dich-und-du-dann-draussen-für-mich“-Aktionen kommt! Noch lustiger ist es aber, wenn man als Ausländer sich den Scherz erlaubt und neben dem Schalter stehend (wodurch man normalerweise automatisch zum Fahrstuhlführer und Knopfdrücker wird) entgegen der allgeminen Erwartung einfach mal gar nichts macht!! Man ist ja Ausländer, man verzeiht einem also!! Dann wird gekreischt und fieberhaft nach den anderen Knöpfen gesucht und das Chaos ist perfekt, wenn dann auch noch ein Lehrer zwischen den Türen steckt und ihm alle Blätter auf den Boden fallen! Ja, alles erlebt! Seitdem gehe ich übrigens auch brav immer meiner Pflicht als Knopfdrücker nach, wenn ich dort stehe!!

Ein ähnliches Problem gibt es auch bei den Zugtüren! Zur Erklärung vorne weg. Züge kommen hier in Japan zu 99% auf die Minute pünktlich- Ja, DB, auf die Minute!!!
Jedenfalls führt das natürlich auch dazu, dass der Zug auch auf jeden Fall zu einer bestimmten Uhrzeit wieder das Gleis verlassen muss um auch beim nächsten Bahnhof pünktlich anzukommen.. Deshalb rate ich wirklich, nicht mehr zu versuchen in einen Zug einzusteigen, wenn die Türen gerade schließen. Sie gehen nämlich nicht mehr auf!! Anders als bei uns gibt es keine Sensoren oder ähnliches um eingeklemmte Füße oder Hände zu verhindern. Die Zugtüren hier schließen erbarmungslos- so wie beim Fahrstuhl ^-^
So hab ich schon miterlebt, dass das Hosenbein eines Rentners eingeklemmt wurde weil er zu langsam ausstieg und der mit Sicherheit bis nach Osaka geschleift worden wäre, wenn nicht andere Fahrgäste ihm die Hose aus der Tür gerissen hätten! Aber hey--- die Züge kommen pünktlich!! >_<


Nebenbei hab ich mal mein Zimmer und die Uni fotografiert.. Das ist mein Zimmer--
klein aber fein!

















Und das ist die Longe des Wohnheims wo ich immer (auch jetzt) sitze um zu surfen, quatschen, essen und zu lernen.
Und das ist der Innhof meines Campusses (Campus´ ??) der Ryukoku Uni.