Japan - Der alltägliche Wahnsinn

Das Tagebuch zu dem 12-monatigem Aufenthalt in Japan ... Studium an der Ryukoku in Kyoto, Neues, Interessantes, Skuriles, Lustiges ...

Donnerstag, August 03, 2006

Das Sightseeing findet kein Ende

Ach, es ist so schön Ferien zu haben! Auch wenn es bei gefühlten 55°C (real sind es 35°C im Moment) wirklich manchmal eine Qual ist, kann ich nicht aufhören mir die vielen Sehenswürdigkeiten Kyoto´s an zu schauen! Ich würde wetten dass es unmöglich ist in einem Jahr jeden Tempel in Kyoto zu sehen… Neben unglaublichen 1600 buddhistischen Tempeln, gibt es 400 Shinto-Schreine, Paläste und Gärten. Trotzdem versuche ich soviel wie möglich zu sehen!! Und so hab ich mich gestern mal wieder mit Atsushi-kun, locker flockig auf mein Fahrrad geschmissen und sind Richtung To-ji gestrampelt.

Der To-ji (wörtlich übersetzt Ost-Tempel) liegt nicht weit vom Kyoto Hauptbahnhof entfernt und wurde 796 gegründet. Bekannt ist er für seine 55 m hohe fünfstöckige Pagode, die über die Dächer der Stadt ragend schon von weitem zu sehen ist! Auch wir sahen die Pagode schon von weitem, erreichten sie aber dann erst 20 min später!! Genauso lange brauchten wir dann auch um unsere T-Shirts trocknen zu lassen und unzählige Energie-Drinks aus dem Jidouhanbaiki (Getränkeautomaten) zu konsumieren. Eine unglaubliche Hitze…

Neben der Pagode hatte der To-ji aber auch einen kleinen schön angelegten Garten und mehrere Gebetshallen, mit einem unglaublichen Reichtum an Skulpturen zu bieten. Laut Begleitheftchen sind „In der Haupthalle 20 Statuen buddhistischer Gottheiten so um die Figur des mystischen Buddha Vairochana gruppiert, dass sie ein plastisches Mandala in der Tradition der Shingon-Schule bilden, zu der der Tempel gehört“. – Also die Skulpturen habe ich gesehen…. Das „plastische Mandala“ nicht direkt! HAHA


Heute bin ich dann mit Do-su zum Gosho, dem Kaiserpalast, gefahren. Ein 1100 x 600 m grosser Garten und Palastkomplex, der bis auf den eigentlichen Kaiserpalast öffentlich zugänglich ist. Nach dem wir Stundenlang durch den Park gelaufen sind und mal Wiese und mehrere Bäume neben einander genossen haben, da das sonst im chaotisch zugebauten Kyoto sonst nur sehr sehr schwer zu finden ist, waren wir dann irgendwie beleidigt nicht ins Innere, in die eigentliche Palastanlage zu kommen. Man muss sich da irgendwo anmelden und reservieren und man kommt auch nur rein, wenn man Ausländer ist!! Eiii!! Man hat mal einen Vorteil wenn man Ausländer ist! Also haben wir uns genau darauf bezogen und solange rumgenörgelt bis wir nachträglich noch in eine Führung mit reindurften!! HAHA! War super interessant, auch wenn ich fast gar nichts verstanden habe! Nein, nicht weil ich kein Japanisch kann, sondern weil es ne Führung auf Englisch war und ich das "japanisch-Englisch" echt mal nicht entziffern konnte. Aber dafür habe ich um so mehr Fotos gemacht! Am schönsten war eigentlich die Teich-Garten Anlage, die auch schon in mehreren Kinofilmen als Kulisse diente. Hab auch extra mal ein ganz starkes Gesicht "aufgelegt"!



Nebenbei hab ich noch eine Super Sache entdeckt, die ich einfach mal in die Kategorie Japanische Beklopptheiten einsortiere. Ich war schon leicht geschockt, dass man bei Regen vor den Türen der meisten Geschäfte lange Plastiktüten findet, die dann, im Falle des Eintretens in die besagten Geschäfte über den nassen Regenschirm gezogen werden (müssen) um das Nass werden des Geschäftsinneren zu verhindern. Da ich dies schon lustig fand, hab ich mich dementsprechend beömmelt als ich das folgende entdeckt habe! Wenn es keine Tüten gibt, werden die Regenschirme einfach eiskalt vor der Tür „angekettet“ mit schloss und Nummer! Ich hab nur noch das Schild auf dem der Spruch „Wir müssen leider draussen bleiben“ steht und eine Skizze eines traurigen Regenschirms gemalt ist.

1 Comments:

At 02:12, Anonymous Anonym said...

hi sven,
hab hier einen artikel aus der berliner zeitung liegen, in dem der journalist und schriftsteller peter glaser diese dinge mit dem regenschirm , den tueren und noch andere kuriositaeten eingehend und zum schmunzeln beschreibt. ich werde den artikel mal einscannen und dir zuschicken. gefaellt dir bestimmt auch. gruss ebi

 

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