Japan - Der alltägliche Wahnsinn

Das Tagebuch zu dem 12-monatigem Aufenthalt in Japan ... Studium an der Ryukoku in Kyoto, Neues, Interessantes, Skuriles, Lustiges ...

Freitag, November 10, 2006

日帰りの伊勢旅行 - Tagesausflug nach Ise

Ich habe es gestern den jährlich sechs Millionen Pilgern gleich getan und habe den Ise-jingu-Schrein 伊勢神宮, dem höchsten Heiligtum des Shintoimus in Japan besucht. Die in der Stadt Ise (Präfektur Mie) gelegene Gebäudeanlage, besteht aus zwei Hauptschreinen, sowie etwa 125 Nebenschreinen, angeschlossenen Museen und einer Bibliothek und ist mit dem Auto etwa 3 Fahrstunden von Kyoto entfernt. Nachdem wir morgens früh losgefahren sind erreichten wir die kleine Stadt Ise gegen Mittag. Wir entschieden uns schnell dafür nur den Hauptschrein, dem Naiku 内宮 zu besichtigen, weil uns die ganze Anlage dann doch zu komplex erschien. Er soll vor etwa 2.000 Jahren errichtet worden sein und ist Japan deshalb so heilig, weil dessen Hauptgott Amaterasu, die Sonnengöttin und Ahnherrin des japanischen Kaiserhauses ist.
Das Gelände des Hauptschreins erreichten wir über die Uji-Brücke 宇治橋unterhalb derer der heilige Fluss Isuzu 五十鈴川 fließt. Die Überquerung des Isuzu über die etwa hundert Meter lange Brücke mit den beiden großen Eingangstoren an ihren beiden Enden soll die Besucher reinigen, bevor sie den eigentlichen Bereich des Schreins betreten. Am Ufer des Flusses reinigt man sich dann auch tatsächlich die Hände und den Mund, bevor man seinen Weg zum Schrein fortsetzt. Die Anlage ist fast ausnahmslos mit riesigen Bäumen bewachsen. Diese Zypressen-Art bildet den Holzbestand, mit dem alle 20 Jahre der rituelle Neubau aller heiligen Bauwerke bestritten wird. Den Bau den ich gesehen hab stammt aus dem Jahre 1993. 2013 werden somit das nächste Mal alle Gebäude abgerissen und auf dafür freigelassenen Flächen neu erbaut.

Nachdem auch wir zu Amaterasu gebetet haben, haben wir uns in der Stadt einige berühmte Delikatessen aus dieser Gegend gegönnt. Neben den für Ise berühmtem Tee und Orangen waren aber die Geflügelspießchen und die „Reiskuchen in warmem süßen Bohnenmus“ (hört sich ja herrlich an wenn man das ins deutsche übersetzt!) besonders lecker. Als ich abends wieder in Kyoto ankam, war ich echt fertig und müde, aber doch froh, dass ich solche Ausflüge jetzt machen kann, seitdem ich den Basketball-Club verlassen habe. War doch die richtige Entscheidung!! (^-^)v