Japan - Der alltägliche Wahnsinn

Das Tagebuch zu dem 12-monatigem Aufenthalt in Japan ... Studium an der Ryukoku in Kyoto, Neues, Interessantes, Skuriles, Lustiges ...

Dienstag, August 15, 2006

宇治や南禅寺 - Uji und der Nanzenji

Kita-San, der Trainer des BasketballClubs, gönnte meinen Teamkollegen und mir doch tatsächlich drei Tage Pause so dass ich wieder mal Zeit hatte um mich auf die Spuren des alten Japans zu machen. Lee und ich hatten uns entschieden einen Auflug in den alten, zwischen Kyoto und Nara gelegenen Tee Ort Uji zu machen. Neben dem grünen Tee, der hier in höchster Qualität angebaut wird, ist Uji besonders für den am Uji-Fluss gelegenen Byodo-in-Tempel berühmt. Ursprünglich eine aristokratische Residenz der Heian Zeit, wurde er später in einen Tempel umgewandelt und glänzt heut zu Tage auf der Rückseite der 10Yen Münze.

Neben dem Byodo-in hat es uns aber auch die Natur rund um Uji angetan. Der Uji-Fuss schlängelt sich durch das "Dorf", Brücken, die zu den ältesten Holzbrücken Japans zählen und Ort zahlreicher bitterer Schlachten vorheriger Epochen waren; die Berge im Hintergrund. Ja, ein wirklich schönes Fleckchen Erde... Aus dieser Emotionellen Situation heraus entstand das folgende Bild, dass Lee liebevoll "thinkin´Su-ben in Uji" taufte.
Weil wir zu lange am Fluss gesessen haben und die Seele und die Füsse haben baumeln lassen, haben wir es dann zeitlich leider nicht mehr geschafft zum Mampuku-Ji zu gehen. Es ist angeblich ein seltenes Beispiel für einen Zen-Tempel in Japan der ganz im chinesischen Stil der Ming-Dynastie erbaut wurde. Aber auch diese besonderen Tempel schliessen in Japan gegen 5 Uhr, so dass wir uns dann nur noch einen original grünen Tee gönnen konnten und den Heimweg nach Kyoto angetreten haben.


Am nächsten Tag bin ich dann morgens früh alleine zum Nanzen-ji geradelt. War im Nachhinein nicht eine ganz so gute Idee weil der nämlich in den Bergen liegt und ich bei 36°C ganz schön ins schwitzen kam. Aber es hat sich trotzdem gelohnt! Neben der Haupthalle besitzt der Nanzen-Tempel insgesamt 12 Untertempel, die sich auf einer riesigen Anlage befinden. Glänzen tun aber nicht wirklich die Tempel sondern die wunderschönen Gärten.
Wenn man genug hat von dem lauten Treiben der Stadt kann man sich hier wunderbar entspannen. Ich habe nur gehört, dass man als Tourist hier nicht wirklich zur Ruhe kommt, weil einen die unzähligen und laut zirpenden Zirkaden zur Weissglut bringen. Ich wache auch noch manchmal morgens auf, weil diese Fiecher so laut sind, aber so im Alltag habe ich mich so daran gewöhnt ich sie kaum noch wahrnehme.

Ich bin dann nach dem Besichtigen der Tempel und Gärten hoch in die Berge gegangen, kleinen Pfaden und Wegen folgend.. Laut einem Insider Tipp sollte dort irgendwo ein Wasserfall zu finden sein, allerdings habe ich ihn leider nicht gefunden. Bin dafür dann von einem älteren Japaner gefunden worden!! Hab mich nämlich relativ weit in die Wälder vorgewagt und da die Wege immer weniger nach Wegen aussahen wollte ich schon umkehren, da nicht gerade positive Erinnerungen in mir nochkamen (Gruss an meine Eltern mit dem Hinweis: FürstenfeldBruck). Gerade in diesem Augenblick sprach mich ein Mann an und ich habe mich tierisch erschrocken. Ein Wanderer, der sich gewundert hat dass ausser ihm noch jemand durch die Wälder streift. Wir haben uns dann bestimmt 15 min unterhalten, wobei herauskam, dass er vor einem Jahr in Bonn Urlaub gemacht hat und in Kessenich gewohnt hat.. Die Welt ist klein! Unglaublich. Hab mich dann verabschiedet ohne in der Aufregung zu fragen wo der Wasserfall ist! Naja, vielleicht finde ich beim nächsten mal! Denn ich will auf jeden Fall nochmal im Herbst dort hingehen....!!!

1 Comments:

At 04:35, Anonymous Anonym said...

hallo sven,
apropos im wald verirren: egal wo dich dich orientierungslos durch den wald bewegst -ob im heimischen oder in fernen waeldern-, scheint dir aber immer ein wohl gesonnener waldgeist zur seite zu stehen.
so verlierst du langsam die angst vor dem erlebnis in fuerstenfeldbruck.
dein
ebi

 

Kommentar veröffentlichen

<< Home