Japan - Der alltägliche Wahnsinn

Das Tagebuch zu dem 12-monatigem Aufenthalt in Japan ... Studium an der Ryukoku in Kyoto, Neues, Interessantes, Skuriles, Lustiges ...

Donnerstag, Januar 18, 2007

ただいま!! - Zurück in Japan

Nach den schönen zwei Wochen in der Heimat, die wie im Flug vergangen sind, bin ich vor einer Woche zwar müde aber doch glücklich wieder in Japan gelandet. Verändert hat sich nicht viel... Die Menschen sind immer noch kleiner als in Deutschland, die Bahnen kommen immer noch auf die Minute pünktlich und anstatt den letzten freien Sitzplatz neben mir einzunehmen, wird man als grosser blonder Ausländer auch noch immer angestarrt ! Es ist also alles beim alten! Nur das Wetter hat sich verändert. Es ist unglaublich kalt geworden.
Im Moment dreht sich in meinem Alltag alles hauptsächlich um die Klausuren, die nächste Woche stattfinden. Ist irgendwie ein komisches Gefühl, dass nach dem Ende dieser Prüfungswoche alles vorbei sein soll mir der Uni in Japan. Der Unterricht hat bereits aufgehört und nach den Klausuren findet dann nur noch die Abschlusszeremonie statt, bevor ich wieder zum Status des Studenten der Uni Bonn zurückkehre. Ist ein trauriges Gefühl, weil es mir hier wirklich gut gefallen hat.
Aber noch bin ich ja knapp zwei Monate hier und in dieser Zeit hab ich mir vorgenommen, besonders viel von Japan zu sehen. In der letzten Woche zum Beispiel wurde der seit 1606 jedes Jahr einmal stattfindende Bogenschiess-Bewerb (弓の引き初め) auf dem Vorplatz des sanjusangendou-Tempels (三十三間堂) ausgetragen. Dieses Jahr kamen 20.000 Schützen aus dem ganzen Land nach Kyoto um mit den traditionellen Bögen und Pfeilen der damaligen Zeit die Scheibe in 120m Entfernung zu treffen. Wegen dem Andrang der Zuschauer, konnte man nicht wirklich von dem eigentlichen Wettbewerb sehen, aber die Trachten der Schützen und Schützinnen, die auf ihren Wettkampf warteten waren für mich auch das eigentlich Interessante! Auf der einen Seite die schönen Kimonos der Damen , auf der anderen Seite die halb oben ohne auftretenden Herren., die sich bei knapp 3°C mit Sicherheit einen abgefroren haben!
Ich hatte aber auch in den letzten Tagen mal die Chance , im Moment ausschlafen zu können, genutzt um nachts durch meine Wohngegend zu schlendern. Entstanden sind diese Bilder vom kleinen Nebenarm des Kamogawa-Flusses und Nachtaufnahmen vom Fushimi-Inari-Schrein bei Nacht. Ist echt komisch, wie unheimlich so ein "heiliger Ort" ist, wenn man alleine um Mitternacht dort umher schlendert!