四国への日帰り旅行 - Tagesausflug nach Shikoku
Gesehen und rumgereist bin ich schon viel in den letzten knapp 10 Monaten in Japan aber Honshu 本州, die grösste der vier Hauptinseln Japans, hatte ich bisher noch nicht verlassen. Und so beschloss ich auf Erkundungsfahrt zu der kleinsten zu gehen. Es ging nach also mit dem Auto nach Shikoku 四国. 3 Stunden dauerte die Fahrt über die teuren Autobahnen Japans von Kyoto aus bis zur Akashi-Kaikyo-Brücke, unserem ersten Zwischenstopp. Die Brücke wurde erst 1988 fertig gestellt und verbindet die Hauptinsel Honshu mit der kleinen Insel Awaji-Shima die zwischen Honshu und Shikoku liegt. Auf der Insel, die bei dem grossen Hanshin-Erdbeben 1995 neben Kobe mit den grössten Schaden erlitt, hatte allerdings neben weiten offenen Flächen, die für Viehzicht und Gemüseanbau genutzt werden weiter nicht so viel zu bieten. Ich war aber froh, dass ich sowas dann auch nochmal zu Gesicht bekam, in dem zugebauten Japan.
Da es allerdings sonst wirklich nicht viel zu entdecken gab, ging die Autofahrt weiter nach Konpira 金毘羅 auf Shikoku. Das kleine malerische Städtchen, das berühmt für Udon (jap. Weizennudeln) und vom Hinduismus beeinflussten konpirasan-Schrein ist, bot aber neben diesem
viel mehr den Einblick in eine typische Stadt auf Shikoku.
Ländlisch-Idyllisch, viele traditionelle Handwerksgeschäfte, keine Menschenmengen, die sich durch die Strassen schieben, keine Hektik... Stattdessen werden Kunden auf Wunsch und einer "Spende" die gesamten knapp 500 Treppen hoch zum Hauptschrein des konpirasan getragen! Wenn ich in die Art Gondel gepasst hätte und mir dass alles dann nicht zu peinlich gewesen wäre, hätte ich die lustige "Fahrt" vielleicht sogar auch noch gebucht! Stattdessen haben wir uns dann für ein Mittagessen im Udon-Restaurant entschieden und uns über die vielen Blicke der Einheimlichen gefreut. Man merkt schon, dass die Menschen in diesen ländlichen Gebieten wohl weniger Ausländer zu Gesicht bekommen! Da blieb auch jeder mal einen Moment stehen und guckte... Viel erstaunter waren die Leute dann aber, als Lee und ich uns dann in Kansai-Ben auf japanisch unterhielten (Kansai-Ben ist der Dialekt in der Gegend um Kyoto und Osaka und entspricht so ein bisschen dem rheinischen Platt, wenn nicht ganz so ausdrucksstark). Von Ungläubligkeit mit Mundstarre bis zum totlachen haben wir glaube ich alle Reaktionen erlebt. Nach dem Mittagessen hatten wir eigentlich geplant die gesamten 500 Stufen hoch zum Hauptschrein des Konpirasan zu steigen, aber weil uns die Zeit weglief, haben wir nur den halben Weg bestritten, was aber auch schon anstrengend genug war!
Es ging dann weiter mit dem Auto in die Bergwelt Shikoku´s. Ein wirklich eindrucksvolles Bild, denn in der einen Stunde Fahrt bis zu unserem Ziel, der Kazura-Brücke in Nishiiya, sah man fast aussc
hliesslich malerische Landschaften mit Gebirgszüge, wunderschönen Tälern und Flüssen. Weniger schön waren die Bergstrassen, auf denen wir fahren mussten um nach Nishiiya zu kommen. Denn wie sich das gehört, wird da nicht einfach ein betonierter Pfad in die Wälder geschlagen, sondern man richtet sich da schön an die Vorgaben der Natur. So ging es in Zick-Zack Wegen durch die Schluchten, was leider für meinen europäischen und Lee´s australischen Magen zu viel hin und her Geschüttel war. Wir waren uns danach aber einig, dass es für uns beide der schönste Ort war, an dem wir die Nudeln vom Mittagessen hätten der Natur zurückgeben können.
Doch der lange Weg durch die Berge hatte sich gelohnt. Die Kazura-Brücke war wirklich mal beeindruckend. Die 45 meter lange und 1.5 meter breite Brücke über den Iya-Fluss ist eine der drei letzten übriggebliebenen, ausschliesslich aus Ästen und Schlingen von Kletterpflanzen erbauten Brücken. Die Legende sagt, dass die geschlagenen Krieger des Heike-Clans damals in der Schlacht 1185 gegen die Gengi hier tief die Berge flüchteten und diese Brücke aus Schlingpflanzen errichteten, um mögliche nachfolgende Gegner durch durchtrennen der Seile abzuschütteln. Diese Brücke gilt bis heute als Meisterwerk des damaligen Brückenbaus und wird immer nach der gleichen Art und Weise alle drei Jahre neu erbaut.



Ich musste echt aufpassen, dass ich als kleines (oder grosser) Stadtkind hier nicht einen FrischLuft-Schock oder ähnliches erlitt. So viel Natur auf einen ein Schlag hab ich selten gesehen aber ich empfand es als sehr angenehm, einmal den Grossstadt-Rummel -- dabei ist Kyoto schon sehr sehr ruhig-- hinter mir zu lassen. Bei einem kleinen Souvenir und Imbiss-Laden assen wir dann einen frischgefangenen und am Stück gegrillten Fisch bevor wir noch ein wenig durch die Gegend wanderten (wobei die folgenden Bilder entstanden) und wir uns dann zu unserem letzten Punkt auf der Reiseliste aufmachten.




Es war wieder ein lange Fahrt und die Sonne war bereits unter gegangen als wir das kleine für seine traditionelle Architektur berühmte Städtchen ... (Name vergessen; wird nachgetragen) erreichten. Leider waren die kleinen Läden schon geschlossen und für wirklich viel Beleuchtung sorgten die kleinen Stehlampen vor den Häusern auch nicht, aber gerade das unterstrich dieses Bild, sich irgendwie um ein paar Jahrhunderte zurück versetzt zu fühlen. Als sich dann plötzlich eine Schiebetür öffnete und drei "leicht" betrunkene Herren auf die Strasse traten und uns in einem japanisch ansprachen, dass sogar Mariko und Mirei kaum verstanden war mein Bild vom 17.Jh perfekt! Naja, Kimonos hatten die guten Herren jetzt nicht an, aber dafür erklärten sie uns (sie versuchten es wenigstens), wie alt die meisten Häuser dieser Strassen seien und das der Brunnen und der Briefkasten der Stadt Übrigbleibsel einer "längst vergangenen Zeit", so drückten sie es aus, seien.



Als wir dann nach einem letzten Abendessen in Shikoku zurück nach Kyoto fuhren waren die Autobahnen leer und das angenehme Summen und die Wärme im Auto überzeugte mich schnell die Augen zu schliessen und von denen für mich wirklich beeindruckenden Erlebnissen des Tages zu träumen. Zuvor haben wir aber noch beschlossen nach Gifu zum Snowboarden zu fahren. Da Lee aber schon Anfang Februar nach Australien zurückfliegt wird das zeitmässig knapp, aber wir wollen trotzdem versuchen diesen Plan zu realisieren. よっし!
viel mehr den Einblick in eine typische Stadt auf Shikoku.
Ländlisch-Idyllisch, viele traditionelle Handwerksgeschäfte, keine Menschenmengen, die sich durch die Strassen schieben, keine Hektik... Stattdessen werden Kunden auf Wunsch und einer "Spende" die gesamten knapp 500 Treppen hoch zum Hauptschrein des konpirasan getragen! Wenn ich in die Art Gondel gepasst hätte und mir dass alles dann nicht zu peinlich gewesen wäre, hätte ich die lustige "Fahrt" vielleicht sogar auch noch gebucht! Stattdessen haben wir uns dann für ein Mittagessen im Udon-Restaurant entschieden und uns über die vielen Blicke der Einheimlichen gefreut. Man merkt schon, dass die Menschen in diesen ländlichen Gebieten wohl weniger Ausländer zu Gesicht bekommen! Da blieb auch jeder mal einen Moment stehen und guckte... Viel erstaunter waren die Leute dann aber, als Lee und ich uns dann in Kansai-Ben auf japanisch unterhielten (Kansai-Ben ist der Dialekt in der Gegend um Kyoto und Osaka und entspricht so ein bisschen dem rheinischen Platt, wenn nicht ganz so ausdrucksstark). Von Ungläubligkeit mit Mundstarre bis zum totlachen haben wir glaube ich alle Reaktionen erlebt. Nach dem Mittagessen hatten wir eigentlich geplant die gesamten 500 Stufen hoch zum Hauptschrein des Konpirasan zu steigen, aber weil uns die Zeit weglief, haben wir nur den halben Weg bestritten, was aber auch schon anstrengend genug war!Es ging dann weiter mit dem Auto in die Bergwelt Shikoku´s. Ein wirklich eindrucksvolles Bild, denn in der einen Stunde Fahrt bis zu unserem Ziel, der Kazura-Brücke in Nishiiya, sah man fast aussc
hliesslich malerische Landschaften mit Gebirgszüge, wunderschönen Tälern und Flüssen. Weniger schön waren die Bergstrassen, auf denen wir fahren mussten um nach Nishiiya zu kommen. Denn wie sich das gehört, wird da nicht einfach ein betonierter Pfad in die Wälder geschlagen, sondern man richtet sich da schön an die Vorgaben der Natur. So ging es in Zick-Zack Wegen durch die Schluchten, was leider für meinen europäischen und Lee´s australischen Magen zu viel hin und her Geschüttel war. Wir waren uns danach aber einig, dass es für uns beide der schönste Ort war, an dem wir die Nudeln vom Mittagessen hätten der Natur zurückgeben können. Doch der lange Weg durch die Berge hatte sich gelohnt. Die Kazura-Brücke war wirklich mal beeindruckend. Die 45 meter lange und 1.5 meter breite Brücke über den Iya-Fluss ist eine der drei letzten übriggebliebenen, ausschliesslich aus Ästen und Schlingen von Kletterpflanzen erbauten Brücken. Die Legende sagt, dass die geschlagenen Krieger des Heike-Clans damals in der Schlacht 1185 gegen die Gengi hier tief die Berge flüchteten und diese Brücke aus Schlingpflanzen errichteten, um mögliche nachfolgende Gegner durch durchtrennen der Seile abzuschütteln. Diese Brücke gilt bis heute als Meisterwerk des damaligen Brückenbaus und wird immer nach der gleichen Art und Weise alle drei Jahre neu erbaut.



Ich musste echt aufpassen, dass ich als kleines (oder grosser) Stadtkind hier nicht einen FrischLuft-Schock oder ähnliches erlitt. So viel Natur auf einen ein Schlag hab ich selten gesehen aber ich empfand es als sehr angenehm, einmal den Grossstadt-Rummel -- dabei ist Kyoto schon sehr sehr ruhig-- hinter mir zu lassen. Bei einem kleinen Souvenir und Imbiss-Laden assen wir dann einen frischgefangenen und am Stück gegrillten Fisch bevor wir noch ein wenig durch die Gegend wanderten (wobei die folgenden Bilder entstanden) und wir uns dann zu unserem letzten Punkt auf der Reiseliste aufmachten.




Es war wieder ein lange Fahrt und die Sonne war bereits unter gegangen als wir das kleine für seine traditionelle Architektur berühmte Städtchen ... (Name vergessen; wird nachgetragen) erreichten. Leider waren die kleinen Läden schon geschlossen und für wirklich viel Beleuchtung sorgten die kleinen Stehlampen vor den Häusern auch nicht, aber gerade das unterstrich dieses Bild, sich irgendwie um ein paar Jahrhunderte zurück versetzt zu fühlen. Als sich dann plötzlich eine Schiebetür öffnete und drei "leicht" betrunkene Herren auf die Strasse traten und uns in einem japanisch ansprachen, dass sogar Mariko und Mirei kaum verstanden war mein Bild vom 17.Jh perfekt! Naja, Kimonos hatten die guten Herren jetzt nicht an, aber dafür erklärten sie uns (sie versuchten es wenigstens), wie alt die meisten Häuser dieser Strassen seien und das der Brunnen und der Briefkasten der Stadt Übrigbleibsel einer "längst vergangenen Zeit", so drückten sie es aus, seien.



Als wir dann nach einem letzten Abendessen in Shikoku zurück nach Kyoto fuhren waren die Autobahnen leer und das angenehme Summen und die Wärme im Auto überzeugte mich schnell die Augen zu schliessen und von denen für mich wirklich beeindruckenden Erlebnissen des Tages zu träumen. Zuvor haben wir aber noch beschlossen nach Gifu zum Snowboarden zu fahren. Da Lee aber schon Anfang Februar nach Australien zurückfliegt wird das zeitmässig knapp, aber wir wollen trotzdem versuchen diesen Plan zu realisieren. よっし!











1 Comments:
wie geil,
nach Shikoku wollte ich auch unbedingt nochmal, aber das schaffe ich zeitlich nicht mehr, leider...
Die Bilder sind echt beeindruckend. :D
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